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Ist E120 halal? Karmin, Cochenille und der rote Farbstoff

E120 ist einer der wenigen Zusatzstoffe mit einer klaren Antwort: Der rote Farbstoff stammt aus Schildläusen, und wird von den meisten Gelehrten als nicht halal eingestuft.

Die meisten E-Nummern sind ein Fall von „kommt drauf an“. E120 ist die Ausnahme. Hier ist die Quelle immer dieselbe, und deshalb ist auch das Ergebnis eindeutig, kein Mushbooh, sondern eine klare Einordnung.

Was ist E120?

E120 ist ein roter bis rosafarbener Lebensmittelfarbstoff. Gewonnen wird er aus getrockneten weiblichen Cochenille-Schildläusen. Aus den Insekten wird Karminsäure extrahiert, die den charakteristischen Rotton ergibt.

Auf Verpackungen begegnet dir derselbe Stoff unter vielen Namen:

  • E120
  • Karmin / Carmin
  • Karminsäure
  • Cochenille / Cochenillerot
  • Echtes Karmin
  • C.I. 75470

Warum E120 als nicht halal gilt

Der Grund ist die Quelle: Insekten. Nach der Auffassung der meisten Gelehrten sind Landinsekten nicht zum Verzehr erlaubt, und ein daraus gewonnener Farbstoff teilt diese Einordnung. Weil E120 ausschließlich aus Schildläusen hergestellt wird, gibt es, anders als bei E471 oder Glycerin, keine pflanzliche Variante, auf die man ausweichen könnte.

Deshalb ist E120 in unserer Übersicht einer der ganz wenigen quellenunabhängig problematischen Zusatzstoffe. Wo E120 draufsteht, ist die Frage nach der Herkunft bereits beantwortet.

Zur Einordnung: Es gibt Gelehrtenmeinungen, die einzelne Insektenprodukte anders bewerten. Die überwiegende Praxis der Halal-Zertifizierer behandelt Karmin jedoch als nicht zulässig, wir folgen dieser Mehrheitsposition und sagen offen, dass sie nicht die einzige Stimme ist.

Vorsicht: E124 ist NICHT dasselbe

Ein Name stiftet regelmäßig Verwirrung: E124 heißt „Cochenillerot A“, enthält aber keine Insekten. E124 ist ein vollständig synthetischer Azofarbstoff. Der Name ist historisch, weil der Farbton dem Karmin ähnelt.

E-NummerNameQuelleHalal-Einordnung
E120Karmin / CochenilleSchildläuse (Insekten)Nicht halal
E124Cochenillerot A / Ponceau 4Rsynthetischkeine tierische Quelle

Wo E120 typischerweise drinsteckt

  • Fruchtjoghurt & Desserts, besonders Erdbeere, Himbeere, Kirsche
  • Süßwaren, rote Dragees, Bonbons, Zuckerglasuren
  • Getränke, rote Limonaden und Sirupe
  • Wurstwaren & Fertigsoßen, zur Farbauffrischung
  • Kosmetik, Lippenstift, Rouge (dort meist als CI 75470)

Unbedenkliche rote Alternativen

Rot heißt nicht automatisch Karmin. Diese Farbstoffe sind pflanzlich und unproblematisch:

  • E162, Betanin (Rote Bete)
  • E163, Anthocyane (Trauben, Beeren)
  • E160c, Paprikaextrakt
  • E160d, Lycopin (Tomate)

Auch ein Vegan-Label ist hier ein verlässlicher Hinweis: Karmin ist tierisch, ein als vegan gekennzeichnetes Produkt enthält es also nicht.

Häufige Fragen

Ist E120 halal?

Nein, die meisten Gelehrten stufen E120 (Karmin) als nicht halal ein, weil der Farbstoff aus Cochenille-Schildläusen gewonnen wird. Diese Einordnung ist quellenunabhängig: Es gibt keine pflanzliche Variante von E120.

Woraus wird E120 hergestellt?

Aus getrockneten weiblichen Cochenille-Schildläusen, aus denen Karminsäure extrahiert wird.

Ist E124 dasselbe wie E120?

Nein. E124 (Cochenillerot A) ist trotz des Namens ein vollständig synthetischer Azofarbstoff und enthält keine Insekten.

In welchen Produkten steckt E120?

Vor allem in roten und rosafarbenen Lebensmitteln: Fruchtjoghurt, rote Süßwaren, Getränke, manche Wurstwaren, und in Kosmetik wie Lippenstift.

Welche Alternativen zu E120 gibt es?

Pflanzliche rote Farbstoffe wie E162 (Rote Bete), E163 (Anthocyane), E160c (Paprika) und E160d (Lycopin).

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Hinweis: Dieser Artikel ist keine Fatwa und keine Zertifizierung. Er erklärt, woher die genannten Stoffe üblicherweise stammen und warum die Herkunft den Ausschlag gibt, im Zweifel gelten die Herstellerangabe bzw. eine anerkannte Halal-Zertifizierung.

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